JOURFIX FÜR 2 ist ein Podcast über Selbständigkeit, den mein Partner Manu und ich seit März 2024 produzieren. Die Gleichung ist eigentlich ganz einfach: Gute Gespräche beim Kaffee, ein Uni-Medien-Projekt und ein Audio-Profi, der das Ganze in professionell und umsonst machen kann. Das ergibt am Ende ein Podcast, in dem wir über die Herausforderungen und Learnings unserer Solo-Selbständigkeiten sprechen. Und als Paar können wir dabei so offen und ehrlich sein, wie man es selten hört (so als ganz unvoreingenommene Meinung).
Mittlerweile sind wir bei über 70 Folgen und haben damit auch unser eigenes kleines auditives Tagebuch geschaffen. Im Herbst 2024 haben wir nämlich auch angefangen unseren Neuanfang in einer fremden Stadt zu dokumentieren – und werden der unterschiedlichen Themen nicht überdrüssig: Selbständigkeit, kreativer Ausdruck, Beziehungsarbeit und Persönlichkeitsentwicklung. Denn genau daraus besteht am Ende unser aktueller Alltag.
Hier und da mal eine Kritik an unserem neoliberal-kapitalistischen Wirtschaftssystem. Because *why not*?
Persönliche Eindrücke
Aber das soll hier ja nicht nur Werbung für diesen wirklich sehr guten und hoch professionell produzierten Podcast sein, sondern auch ein Einblick in meine persönlichen Gedanken dazu.
Am Anfang ging es uns vor allem darum, uns selbst zu beweisen, dass wir die 20 Folgen schaffen. Irgendwo hatte ich mal eine Statistik gelesen ein Reel gesehen, dass erklärt, dass 90% der Podcasts vorher schon „scheitern“, bzw. aufhören. Aber dann hat sich JOURFIX FÜR 2 zu einem Ritual entwickelt, dass ich persönlich nicht mehr missen möchte. Und ich gehe mal ganz frech davon aus, dass es Manu auch so geht.
Jede Woche nehmen wir uns etwa eine Stunde Zeit für die Aufnahme. Nur er und ich und zwei Mikrofone. Das sind Gespräche, in denen wir ganz genau zuhören und vielleicht nochmal mehr nachfragen und hinterfragen, als wir es ohne Mikrofon tun würden. Es ist eine Stunde, in der wir reflektieren und uns eben nicht nur daran erinnern wollen, was *nicht* funktioniert hat, sondern was gut lief.
Nach der Aufnahme geht die Folge in 98% der Fälle genau so raus. es werden höchstens mal Nieser oder Hustenanfälle rausgeschnitten. In über 70 Folgen hatten wir erst etwa 3 Mal den Fall, dass wir über etwas gesprochen haben, das vielleicht zu intim geworden ist. Unser Anspruch an die eigene Ehrlichkeit und Verletzlichkeit ist hoch, aber wir merken eben auch, dass das befreiend sein kann. Weil wir nicht nur gezwungen sind, die Dinge ganz konkret auszusprechen – oder eben nochmal drüber nachzudenken – sondern weil am Endgerät ja meist noch jemand zuhört.
Während der Aufnahme vergesse ich auch ganz oft, dass die Folge am Ende wirklich rausgeht. Umso überwältigender ist es, wenn wir über Instagram oder Email oder in persönliches Gesprächen Feedback bekommen. Ein „Wow, das geht mir auch so“, ein „Das seh‘ ich zwar ein bisschen anders, aber es war gut mal Eure Perspektive zu hören“ oder auch ein „Ich bin zwar nicht selbständig, aber es tut gut, Euch einfach mal zuzuhören. So wie ihr als Paar miteinander umgeht.“
Und über den Podcast haben wir schon eine Handvoll wirklich toller Menschen neu bzw. noch besser kennengelernt. Und das ist am Ende vielleicht die schönste Erfahrung.